Mit dem E-Auto nach Schweden und zurück 🚗🇸🇪

Challenge done: Über 2'000 km mit dem Elektroauto fahren? Haben wir geschafft. Können wir weiterempfehlen 😉

"Ein Elektroauto hat kaum Reichweite"

Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört. Hier steht der "lebendige" Gegenbeweis:


Mein Renault Zoe, nachdem er einmal zum Norden und zurückgefahren ist. Ohne eine Panne. Ohne einmal zu meckern.


DIE REISE IN DATEN 🧠

Gesamtstrecke: Ca. 2'000 km

Gesamtkosten: Geschätzt vor Abreise CHF 150.-

Anzahl Ladestopps: Geschätzt vor Abreise ca. 10 pro Weg

Ladekarten: Swisscharge


Die Kostenübersicht der Rückreise

Aufladen (immer mit Swisscharge)

Kosten

Abfahrt in Malmö mit 100%

Gratis, weil im Parkhaus aufgeladen, Parkkosten CHF 25.-

Mittagessen in Guldborgsund (Dänemark)

32 min, CHF 8.-

Nach der Fähre in Lübeck wieder auf 98% und 260 km Reichweite aufladen

71 min, CHF 35.-

Übernachten in Hildesheim und zeitgleich aufladen

35 Euro

Mittagessen in Kirchheim

45 min, 21.- Euro

Würzburg

31 min, 20.- Euro

Outletcity Metzingen

165min, 20.- Euro

McDonalds Tübingen

105min, 21.- Euro

Raststätte Hegau bei Grenze

20min, 10.- Euro

TOTAL Rückfahrt

195.-

Ein wehmütiges letztes Selfie in Schweden. Zum Glück bleibt uns Zoe wenigstens erhalten! Auf eine gute Fahrt!

In einem Atemzug heim. Quasi. 😉

Die Fahrt wird immer heisser. Zum Glück kühlt Zoe gut ab, sonst wärs für uns aber vor allem Hund Zeus keine angenehme Reise. Wie schon bei der Hinfahrt sind wir natürlich noch kurz bei meiner Familie zu Besuch. Ist aber auch echt eine Perle, oder?

Nach zwei Aufladestopps beim Shopping in Süddeutschland stehen die finalen zwei letzten Fahrstunden an. Läckbobi hab ich mich auf meinen kalten Schüttelkaffi gefreut, den wir natürlich direkt nach der Grenze uns gegönnt haben.

Mitten in Deutschland

Nie von Hildesheim gehört, aber jetzt hab ichs auch mal gesehen. Das ist ein klarer Vorteil von Roadtrips (ob als digitale Nomadin, oder beim Ferien machen): Man sieht Orte, die man nicht auf dem Schirm hatte.

Zoe ist 100% aufgeladen und wir machen uns auf. Ein weiterer Tag im Auto. Es ist wieder sehr heiss, Hund Zeus wird deshalb je nach Schattenlage auf die passende Seite gesetzt. Er ist aber ein echt angenehmer Mitfahrer und motzt nie.

Vorbei an uuuuunzähligen Windrädern. Das ist ein besonderes Gefühl, laden wir doch so oft es geht mit Ökostrom, der genau daraus gewonnen wird.

In Kirchheim laden wir an einer Schnellladestation auf und gönnen uns einen echt leckeren Salat zum Zmittag. Raststätten können viel besser sein, als man es manchmal erwartet. Was mich auch überrascht: Diese Waschstation. Habt ihr schonmal ein Truck-Wash gesehen? ;-)

In Würzburg gibts dann nochmal ein Ladestopp. Wir sind mittlerweile einiges besser im Planen, wo und wann ein Halt Sinn macht. Dann gehts mit Hund Zeus spazieren und Calls erledigen. Mit mobilem Hotspot alles möglich.


Abfahrt in Malmö

Man spürt in Schweden so langsam den Sommer. An guten Tagen hats sogar 17 Grad hier... Ehrlicherweise war ich dann doch etwas neidisch auf die Hitzetage in der Schweiz. Nun heisst adieu sagen, zu Schweden und unserer Reise. Ein komisches Gefühl, wenn auch die Vorfreude riesig ist.

Abfahrt morgens nach einem Call und Zmorge mit 100% in Malmö. Der Zoe ist beladen und wir startklar. Reifendruck ist immer noch 1A, was mich schon etwas erstaut, sind wir doch sehr viele Kilometer gefahren. Also los geht ...

Bild: Citytourist.de

Die Route führt uns über Dänemark nach Deutschland, wo genau, wissen wir noch nicht. Nur eine knappe Stunde später sind wir schon auf der Öresundbrücke. Exakt 22 Jahre nach Eröffnung! Es ist die weltweit längste Schrägseilbrücke für Strassen- und Zugverkehr und kostete 1 Mrd. Da ist das Ticket für 50 Euro wesentlich günstiger ... Und der Spass enorm, man fährt doch einige Minuten übers Wasser.

Mittags kommt Hunger auf und wir halten irgendwo im nirgendwo von Dänemark. Ein Resti mit Döner, Pizza, Pasta und Asiatisch im Angebot, was soll ich sagen ... Praktischerweise hats neben dem Gebäude eine Aufladestation. Für 30 min Aufladen bezahlen wir etwas mehr wie 8 Euro.

Mit vollem Magen und 100% Akku fahren wir weiter Richtung Süden nach Rodby, wo wir die Fähre nach Deutschland (Puttgarden nehmen). Spontan hats noch Platz und 45 Minuten später, sind wir auf der anderen Seite. Super angenehme Fahrt, nicht ganz so billig. 50 Euro pro Person kostet das Ticket.

Angekommen gehts direkt weiter, bis nach Lübeck wo wir an einer Raststätte dem Zoe "Stoff" geben. Passt ganz gut, in den 70 Minuten gehen wir mit Zeus spazieren. 280km Reichweite ist nun wieder drauf und bezahlt haben wir CHF 35.-

So weit gen Süden, wie nur möglich. Auf der Karte rechnen wir Zeit und Distanz aus, Hildesheim solls also werden. Online kurz ein Hotelzimmer gebucht, in Soltau nochmal das Auto an den Strom gehängt. Nachts kommen wir durchgeschwitzt (eieiei, wie warm ist es bitte hier?) und mit ein paar Rest-Prozenten an. Kein Thema, über Nacht können wir das Auto wieder aufladen. Und unsere eigenen Batterien auch!


APRIL BIS MIDSOMMAR IN SCHWEDEN 😍🇸🇪

Normalerweise waren wir eine oder mehrere Wochen an einem Ort. Ausschliesslich in AirBnBs für die wir ca. CHF 50.- pro Person und Nacht bezahlt haben. Häufig lebt man im Gästehaus neben der Familie. Traditionellerweise hats dann ein kleines Bett (oder Bettsofa), eine kleine Küche und manchmal ist die Toilette in einem anderen Gebäude. Teilweise waren wir an Orten, bei denen der nächste Dorfladen eine halbe Autofahrstunde entfernt lag. Nicht schlecht, oder?

Die Kosten

Da wir häufig weit weg von Restaurants und Trubel waren, haben wir sehr viel selber gekocht und somit auch günstig(-er als in Zürich) gelebt. Lebensmittel und Alkohol sind im Laden etwa gleich teuer wie in der Schweiz. Trinken in einer Bar aber definitiv teurer. Arbeiten vom Norden aus

Dem Komfort geb ich leider nur 5/10 Punkten. Mit der Zeit fehlt ein richtiges Büro und Arbeitsplatz sehr. Auch wenn vieles mit Calls möglich ist, die Nahbarkeit fehlt. Zu Kund:innen wie dem Team. Und natürlich fehlte es in den AirBnBs auch an Platz fürs Arbeiten ... Dafür war das Internet stets 1A.


Land und Leute

Schwedisch liegt dem Deutsch suuuuper nahe, wir haben der meiste Text irgendwie verstanden. Und beim mündlichen Kommunizieren war natürlich für alle Englisch die gewählte Sprache, das können die Schwed:innen nämlich super gut. Ich hab mich echt wohl gefühlt, sie sind alle naturlieb und offenherzig.